Beginnen Sie mit den Einsatzbedingungen
Jede Güteauswahl setzt ein klares Bild davon voraus, wo der Werkstoff eingesetzt wird. Ist er Witterungseinflüssen, Chemikalien, erhöhten Temperaturen oder ausschließlich Belastungen in einer tragenden Konstruktion ausgesetzt? Die Antwort grenzt die Auswahl schnell ein.
Für tragende Konstruktionen in trockenen Innenräumen können Q235B oder Q355B ausreichen. Wenn Korrosionsbeständigkeit wichtig ist, bilden nichtrostende Güten wie 304 oder 316L den Ausgangspunkt. Ist hohe Tragfähigkeit ohne zusätzliches Gewicht gefragt, verdienen Varianten mit höherer Streckgrenze Beachtung.
Berücksichtigen Sie die Verarbeitung
Schneiden, Biegen, Schweißen und Umformen stellen jeweils andere Anforderungen an den Werkstoff. Eine Güte, die sich bei Raumtemperatur problemlos biegen lässt, kann bei engen Umformradien reißen. Eine in einem bestimmten Dickenbereich schweißgeeignete Güte kann bei einer anderen Dicke andere Schweißzusätze oder ein Vorwärmen erfordern.
Stimmen Sie den Verarbeitungsweg stets mit dem ausführenden Betrieb ab. Die auf dem Papier passende Güte muss sich auch in der Fertigung bewähren.
Stimmen Sie die Norm auf den Einsatz ab
Normen wie ASTM A1011, ASTM A240, EN 10025 und EN 10088 sind nicht austauschbar. Sie legen chemische Zusammensetzung, mechanische Eigenschaften, Prüfungen und Toleranzen jeweils unterschiedlich fest. Eine unpassende Norm kann bei der Prüfung, der Dokumentenkontrolle oder der Zollabfertigung zu Unklarheiten führen.
Wenn ein Projekt eine bestimmte Norm vorgibt, behandeln Sie diese als vertragliche Anforderung und nicht als Empfehlung.
Ein Gütenspektrum ist kein Lagerbestand
Die auf dieser Website aufgeführten Güten beschreiben die Werkstoffgruppen, mit denen wir arbeiten. Sie sind kein Nachweis für verfügbare Lagerbestände, bestätigte Fertigungsmöglichkeiten eines Werks oder eine Versandzusage. Bei jedem Angebot werden Verfügbarkeit, Lieferzeit und Prüfumfang erneut bestätigt.
Planen Sie die Dokumentation frühzeitig
Die Güteauswahl bestimmt auch, welche Dokumente die Lieferung begleiten. Werkszeugnisse, Prüfberichte, Prüfaufzeichnungen und Verpackungskennzeichnungen hängen davon ab, dass Güte und Norm vor der Bestellung richtig aufeinander abgestimmt werden.
Klare Angaben von Anfang an sparen Zeit, verringern Unklarheiten und ermöglichen aussagekräftigere Angebote.

